Nico Gehbauer beschäftigt sich in seiner künstlerischen Arbeit mit den Folgen globaler Umweltveränderungen und den kulturellen Spuren, die eine postkatastrophale Welt hinterlässt oder überlebt. Im Zentrum steht dabei nicht der Moment des Zusammenbruchs, sondern die Frage, was danach bleibt. Welche Materialien, Techniken und Erinnerungen überdauern und wie verändert sich unser Verständnis zu den Materialien und Kulturen? Seine Werke basieren auf einer präzisen Auswahl von Materialien wie Metall, Bitumen, Kunststoffen, Wasser und organischen Stoffen. Diese Stoffe versteht Nico Gehbauer nicht nur als formbare Materie, sondern als Träger von Geschichte, Identität und Zukunftspotenzial. Seine Ausbildung als Spengler und sein politisches Arbeiten in verschieden Gruppen in Bern prägt den Umgang mit Material und Technik massgeblich, handwerkliches Können, Politik, kulturelles Arbeiten und gestalterische Reflexion greifen dabei ineinander.
Ein zentrales Thema seines Schaffens ist der Begriff der Heimat. Für Nico Gehbauer ist Heimat ein emotionaler, wie auch teils ein räumlicher Bezugsrahmen, der sich aus Erinnerungen, Landschaften und kulturellen Symbolen zusammensetzt. Grenzen und rechte politische Parteien sind seiner Meinung nach kommplet falsch. Nico Gehbauers Arbeiten bewegen sich im Spannungsfeld zwischen Endzeitstimmung und Aufbruch. Sie thematisieren den Verlust von Wissen und Identität ebenso wie die Hoffnung auf neue Formen des Zusammenlebens. In einer Welt, die sich radikal verändert, verweisen sie auf das Potenzial von Material, Erinnerung und Handwerk als verbindende Elemente unserer Zukunft und Kultur.
Nico Gehbauer, *1995 in Bern
arbeitet und lebt in Bern, BE
Bilder & Texte: © Nico Gehbauer, 2026